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„Gestalten Sie Ihr Bühnenbild“ Interview

Videocall Online Meeting überzeugen mit Körpersprache Stimme Sprache die eigene Wirkung bestimmen

 

Abdruck des Interviews für die Thüga-Mitarbeiter-Zeitung team

„Gestalten Sie Ihr Bühnenbild!“ – Interview: Überzeugend auftreten in Online-Meetings

 

Aufrecht sitzen, Blickkontakt halten, prägnant sprechen: Wir alle wissen, dass wir so unsere Aussagen in Meetings überzeugend vermitteln können. Das klappt, weil unser Gesprächspartner uns direkt gegenübersitzt – momentan jedoch befinden sich zwischen uns fast immer zwei Laptops und eine Datenverbindung. Wie also überzeugen wir virtuell? Gelten die gleichen Gesetze oder müssen wir uns umstellen? team hat bei Christine Eschlbeck, Wirkungs-Expertin und Trainerin in Thüga-Seminaren, nachgefragt.

 

Frau Eschlbeck, Sie sind Trainerin für überzeugendes Auftreten und wirkungsvolle Vorträge. Wie sind Sie dazu gekommen?

Studiert habe ich Theaterpädagogik. Die Ausbildung gleicht der eines Schauspielers: Wir haben zum Beispiel gelernt, Körpersprache einzusetzen, oder das Improvisieren geübt. Doch auf die Bühne wollte ich nie. Vielmehr hat mich interessiert, wie wir ganz normal im Alltag wirken, wie wir dort unsere Rolle finden. Mit dem Gesamtkontext von Körpersprache und Stimme einen überzeugenden Auftritt hinzulegen – darauf habe ich mich spezialisiert.

 

Wo liegen die Unterschiede in unserer Wirkung online und offline?

In der Körpersprache, denn damit erzielen wir die größte Wirkung und sie fehlt in der virtuellen Welt. Das können wir aber ausgleichen, wenn wir es geschickt anstellen. Stellen Sie sich ein Online-Meeting wie ein Bühnenbild vor: Ich befinde mich darin und kann es ausfüllen oder verschenken. Sitze ich weit weg von der Kamera, wirke ich sehr klein, die Kollegen nehmen mich weniger wahr und meine Aussagen werden nicht so sehr gehört. Wenn ich einfach nur den Laptop aufklappe und hineinsehe, wirkt es für die anderen, als schaue ich von oben herab. Gestik ist auch ein Thema: Online sollte ich die Hände nicht zu nah zur Kamera bringen, da sie sonst riesig wirken, sondern lieber rechts und links von mir halten.

 

Was kann ich für mein Online-Meeting vorbereiten?

Viel. Und mit simplen Mitteln eine große Wirkung erzielen – es geht darum, dass Sie Ihr Bühnenbild beherrschen. Das fängt damit an, den Laptop auf einen Karton oder ähnliches zu stellen. So bin ich automatisch auf Augenhöhe mit meinem Gegenüber. Probieren Sie unbedingt das Licht aus: Sind Sie gut sichtbar oder zu dunkel oder hell? Tatsächlich wirken Sie umso vertrauenswürdiger, je heller Ihr „Bühnenbild“ ist. Bei Licht von hinten sind Sie übrigens immer zu dunkel.

Mein Tipp ist, sich eine Ecke zu suchen, die gut als Hintergrund geeignet ist und nicht von Ihnen als Sprecher ablenkt. Falls das nicht geht, können Sie einen Teams-Hintergrund benutzen. In dem Fall müssen Sie gut ausgeleuchtet sein, damit die digitale Kulisse funktioniert, sonst schneidet das Programm Körperteile ab. Wenn es nicht anders geht, macht das nichts, aber Ihr Gesicht sollte zumindest zu sehen sein – wir hatten neulich einen Seminarteilnehmer, den Teams wegen der schlechten Ausleuchtung im Bild geköpft hat! Vom Motiv her sollte es natürlich auch passen: Denken Sie an das Bild der Thüga-Gebäude mit den Fahnen – sitzen Sie mittig davor, sieht es aus, als ob Ihnen die Fahnen aus dem Kopf wachsen. Testen Sie also digitale Hintergründe am besten vor der Besprechung.

 

Wie erziele ich während des Meetings die beste Wirkung?

Erstes Gebot im Online-Termin: Sehen Sie beim Sprechen in die Kamera und nicht auf das Kamerabild. So entsteht der Eindruck von Blickkontakt und einem unmittelbaren Austausch. Eine Seminarteilnehmerin hat mir kürzlich verraten, dass in einem wichtigen Entscheidungs-Meeting ihre Vorschläge ohne Diskussion genehmigt wurden, weil sie direkt in die Kamera gesprochen und damit eine ganz andere Überzeugungskraft entfaltet hat.

Gestalten Sie Ihren Vortrag so abwechslungsreich und lebendig wie möglich! Oft lässt der Referent seine Präsentation stehen und redet inhaltlich schon weiter, das ist sehr langweilig. Scheuen Sie sich nicht, zwischendurch das Teilen Ihres Bildschirms zu beenden und mit den Teilnehmern direkt zu sprechen.

Sie dürfen online übertriebener agieren, denn das Medium schluckt viel von der Wirkung. Setzen Sie ruhig Gestik ein – wer mit den Händen redet, dessen Stimme klingt lebendiger. Betonung und Intonation der Stimme dürfen im virtuellen Meeting ebenfalls intensiver sein. Auch wenn Sie niemanden sehen, weil die Kameras aus sind: Sprechen Sie immer so, wie Sie mit einem Gegenüber reden würden. Stellen Sie sich vor, Sie seien im Gespräch mit einem Freund oder Familienmitglied, oder hängen Sie sich im Homeoffice sogar ein Foto Ihres imaginären Dialogpartners über den Laptop.

 

Was sollte ich vermeiden?

Ein Fehler ist, den Kopf auf den Armen aufzustützen. Wenn Sie in dieser Position reden, fahren Körper und Stimme herunter und Ihr Vortrag wirkt dröge. Nebengeräusche zu vermeiden und das Mikrofon auszuschalten, wenn Sie nicht sprechen, sollte selbstverständlich sein. Oft lassen wir uns von unserem eigenen Kamerabild ablenken und fangen an, die Haare zu richten oder ähnliches. Sehen Sie stattdessen gezielt in die Kamera!

Ganz wichtig ist auch, dass wir online mehr auf das Gesagte achten, weil uns weitere Kommunikationsebenen wie die Körpersprache fehlen. Daher nerven wiederholende Worte, Ähs, Nuscheln oder langgezogene Sätze virtuell noch viel mehr. Versuchen Sie, das zu vermeiden; sprechen Sie klar und prägnant.

Für Referenten ebenfalls nicht zu unterschätzen: Machen Sie Pausen! Bei Besprechungen über einer Stunde ist ein kleiner Break Pflicht. Aber auch in kürzeren Terminen tut eine Unterbrechung gut, um mal aufzustehen oder einen Kaffee zu holen. Sie werden sehen, Ihre Zuhörer sind hinterher umso aufmerksamer.

 

Frau Eschlbeck, vielen Dank für diese Tipps! Was können die Thüga-Kolleginnen und Kollegen in Ihren Seminaren noch lernen?

Im Seminar bekommen die Teilnehmer ein direktes persönliches Feedback, zu ihrer Wirkung und zu ihrem eigenen Bühnenbild. Wir trainieren, sich kurz und knapp zu fassen und Kernaussagen auf den Punkt bringen, unter anderem mit dem 5-Punkte-Statement.

 

geschrieben von Helene Haag Öffentlichkeitsarbeit der Thüga Aktiengesellschaft

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Was hat sie falsch gemacht?

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Subtext – oder was wir zwischen den Zeilen sagen

 

Über die Tücken beim Lesen zwischen den Zeilen

Ob beim Pitch, bei einem Bewerbungsgespräch oder in einer Besprechung, wie Sie Ihren Standpunkt vertreten, entscheidet oft darüber, ob man Ihrer Aussage Vertrauen und Gehör schenkt.

Ein Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Vorstand eines Unternehmens und müssen über ein erfolgskritisches Projekt entscheiden.

Ein Projektleiter stellt den Projektantrag mit einer PowerPoint vor. Der Mann ist nervös, aber als er über die Planung spricht, wirkt er geradezu fahrig. Er weicht Ihrem Blickkontakt aus, geht immer wieder durch das Beamerbild, räuspert sich und zögert immer wieder beim Nennen von Zahlen. Als Sie sich nun zurücklehnen und diese Zahlen hinterfragen, geht der Projektleiter in Verteidigungsstellung und reagiert, als hätten Sie ihn angegriffen. Hand aufs Herz: Wie groß ist Ihr Vertrauen als Entscheider, dass die Planung solide und das Projekt bei diesem Projektleiter in guten Händen ist?

Nun schlüpfen Sie in die Haut des Projektleiters, der ungern vor Publikum spricht. Sie sind sich der Bedeutung des Projekts für das Unternehmen und der Risken sehr bewusst. Sie sind vorsichtig im Umgang mit Prognosen, weil Sie keine falschen Erwartungen schüren möchten. Sie haben Ihre Zahlen natürlich mehrfach geprüft. Das Nachfragen empfinden Sie als Misstrauen in Ihre Arbeit.

Bei solchen Fehlschlägen in der Kommunikation droht unserem fiktiven Projekt die Schieflage, bevor es begonnen hat. Widersprüchliche Signale sind ein wesentlicher Faktor im Scheitern von Kommunikation.

 

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