Mehr als die Summe unserer Teile

pic_200x200_web_unmo%cc%88glich-kopie»Sei einfach du selbst!« ist der Ratschlag, den wir immer wieder hören, bevor wir uns in eine Situation begeben sollen, bei der uns mulmig ist: freies Reden, eine Präsentation auf der Bühne oder ein wichtiger Termin, bei dem wir durch sicheres Auftreten glänzen wollen. Authentizität ist da eine beliebte und viel zitierte Zauberformel für Erfolg. Und das hat seinen Grund: Wir wollen uns auf andere verlassen können. Wir glauben, unsere Chance, dass jemand vertrauenswürdig ist und hält, was sie | er verspricht, ist höher, wenn er auf uns echt wirkt. Das sieht auch der Kunde so. Und wie wir ordnet auch er die Welt deshalb gern in »echt« und »falsch«. Fragt sich nur: Wie ist man denn eigentlich »echt«?

Das bin ich nicht 

Ein Porsche-Accessoire oder eine Tasche von Hermes ist »echt« oder »fake«. Bei uns ist die Sache etwas komplizierter, denn wir verändern uns ständig. Wie wir uns wandeln, wird durch das bestimmt, was wir in unserem Leben tun, lernen oder werden wollen. Wenn Sie etwas Neues ausprobieren, zum Beispiel in einem Coaching zur Selbstpräsentation, flackert Ihnen vielleicht der Satz »Das bin ich nicht« plötzlich in NEON-Schrift durchs Hirn. Dann lohnt es sich aufsässig zu sein! Fragen Sie zurück: »Wäre ich‘s denn gerne?« Sie sagen ja? Dann ist das ein authentischer Wunsch – und damit sind auch Ihre Bemühungen authentisch, ihn sich zu erfüllen.

Damit fühle ich mich nicht wohl

Wir messen, ob etwas für uns richtig ist oder nicht, indem wir in uns hineinhorchen. Fühlen wir uns wohl bei einer Sache, stehen alle Ampeln auf Grün. Außerhalb unserer Komfortzone aber sind wir misstrauisch. Das könnte uns daran hindern, wertvolle Dinge zu lernen. Eine gute Möglichkeit, uns selbst neue Spielräume zu erobern, sind Coaching-oder Workshop-Situationen, in denen wir Feedback zu Auftritt und Wirkung erhalten. So können wir in einem geschützten Raum spielerisch in neue Rollen schlüpfen. Dabei geht es nicht darum, eine Rolle zu erlernen: Ähnlich wie Kinder, die beim Verkleiden die Schuhe der Großen anprobieren, versuchen wir herauszufinden, in welche Richtung wir uns entwickeln wollen. Professionelles Feedback hilft uns, wenn der Komfortzonen-Alarm für uns zum Hindernis zu werden droht.

Muss ich das jetzt immer so machen?

Lampenfieber und Unsicherheit drücken sich in Körperhaltung und Sprache aus. Den beiden Störenfrieden Paroli zu bieten, macht Ihr Auftreten nicht weniger echt. Während man lernt mit Lampenfieber und nervösen Angewohnheiten umzugehen, trainiert man Körperhaltungen und Hilfsmittel. Die fühlen sich anfangs ähnlich fremd an wie unsere ersten Tritte in die Pedale unseres Kinderfahrrads. All diese Dinge, die wir anfangs als »fremd« empfinden, eignen wir uns spielerisch an und irgendwann gehören sie zum natürlichen Repertoire unseres Selbstausdrucks – wie Fahrrad fahren oder Purzelbäume schlagen.

Werde, wie du sein willst

Wirkungsvoll zu präsentieren, bedeutet nicht Altbewährtes perfekt zu reproduzieren. Vielmehr bedeutet es, neue – und vor allem eigene – Wege zu beschreiten. Im Berufsalltag kann es schwierig sein, diese Wege zu entdecken. Präsentationstrainings sind nicht nur gute Gelegenheiten, zu lernen, wie man sicher und kompetent präsentiert: Man lernt auch mehr über sich selbst und wie man ganz man selbst bleibt, ohne der eigenen Weiterentwicklung ein Bein zu stellen.

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